Brandschutzschiebetore in Tiefgaragen – Feststellanlagen sinnvoll erneuern

Ausgangssituation

Die bestehenden Feststellanlagen in der Tiefgarage entsprechen nicht mehr den neuesten Vorschriften – was muss erneuert werden?

In der Tiefgarage waren an den vielen Brandschutzschiebetoren Feststellanlagen Fabrikat Linnig eingebaut. Sie bestanden aus Wirbelstrombremsen mit integrierter Feststellung, Rauchmeldern, Netzteil und Handauslösetastern. Die Rauchmelder hatten ihr Lebensende erreicht (sie müssen nach Herstellerangaben nach einer bestimmten Zeit, i.d.R. 8 Jahre, ausgetauscht werden). Im vorliegenden Fall waren aber einzelne Komponenten der Feststellanlage so nicht mehr erhältlich bzw. zugelassen wie z.B. die Wirbelstrombremse 2.1. Bei Feststellanlagen dürfen jedoch nur Komponenten miteinander kombiniert werden, die in einer Allgemeinen Bauartgenehmigung zusammengefasst sind.

Einfach zugängliche Handauslösetaster können bei missbräuchlicher Nutzung zu Chaos in der Tiefgarage führen

Eine wesentliche Komponente der Feststellanlage sind die Rauchmelder, die bei Brandalarm das Schließen der Brandschutzschiebetore auslösen. Zusätzlich muss aber an jedem Tor ein Handtaster montiert sein, mit dem das Brandschutztor ebenfalls geschlossen werden kann.

Wird in einer Tiefgarage jedoch ein einfacher Handauslösetaster montiert, besteht die Gefahr, dass er mutwillig oder auch nur versehentlich gedrückt wird und das Tor schließt. Die Folge: schlimmstenfalls befindet sich beim Schließen gerade ein Auto im Schließbereich und wird beschädigt. Oder die Autos, die die Tiefgarage gerade verlassen wollten, stehen plötzlich vor einem geschlossenen Tor. Um das Tor wieder zu öffnen, muss jemand die Feststellanlage zurücksetzen. Das kann nur eine entsprechend beauftragte Person machen. Bis diese kommt, kann viel Zeit vergehen.

Die Zentrale, an der der Alarm wieder abgeschaltet werden und ein Reset der Anlage erfolgen kann, ist nicht direkt am Tor verbaut bzw. an einem nicht direkt zugänglichen Ort

In der Regel wird zumindest eine Leiter benötigt. Das Abschalten des Alarms und der Reset der Feststellanlage wird dadurch zusätzlich kompliziert und zeitaufwendig.

Firma R&S Brandschutz suchte nach einer Lösung, die es ermöglicht, wenigstens einen Teil der Komponenten weiter zu nutzen. Zum einen, damit die Kosten für den Betreiber der Tiefgarage nicht unnötig hoch wurden und zum anderen, weil auch bei ihnen Nachhaltigkeit ein wichtiger Aspekt ist. Nicht alles muss immer auf den ständig wachsenden Müllbergen landen. Zusätzlich sollte aber auch die Thematik unbefugtes Drücken der Handtaster sowie ein möglichst einfaches Rücksetzen der Zentralen berücksichtigt werden.

Voraussetzung war  selbstverständlich, dass die modernisierten Feststellanlagen alle aktuellen Vorschriften erfüllen und dem Betreiber der Tiefgarage einen möglichst sorgenfreien Betrieb der Tiefgarage ermöglichen. R&S Brandschutz kannte DICTATOR von früheren Projekten und bat um eine Lösung, incl. Montage und Inbetriebnahme.

DICTATOR Feststellanlage an Brandschutztor in Tiefgarage

Wenn das Tor schließt, warnt der akkugepufferte Signalgeber, der mittig über dem Tor sitzt, durch Blinken und ein akustisches Warnsignal – auch bei einem Stromausfall. Die Energieversorgung/Zentrale RZ-24 ist absichtlich schlecht erreichbar links oberhalb des Tores montiert. Falls ein Alarm ausgelöst wird, kann der RESET der RZ-24 über einen kleinen RESET-Taster im Handtaster unter Glas (nur erkennbar, wenn der Deckel komplett geöffnet wird) erfolgen.

Tor Tiefgarage mit Linnig Wirbelstrombremse und Endlagendämpfer

Die Wirbelstrombremsen konnten ohne Feststellvorrichtung als reine Schließgeschwindigkeitsregler weiter verwendet werden. Die Feststellung in geöffneter Position erfolgt durch separate Haftmagnete.

Lösung

Ein individuell für diese Tiefgarage ausgearbeitetes Konzept zur Modernisierung der Feststellanlagen

Nachhaltig & kosteneffizient: Vorhandene Komponenten der Feststellanlage werden weiter genutzt

Die Wirbelstrombremse wird in Zukunft nur noch als Laufregler zum Abdämpfen der Tore über den gesamten Schließweg eingesetzt. Die ursprünglich integrierte Feststellvorrichtung wurde abgeschaltet. Sie wurde durch einen geprüften Elektrohaftmagneten in der geöffneten Position des Tores ersetzt. Diese Option ist in diesem Fall problemlos möglich, da die Tore ja nur in der komplett geöffneten Position stehen bleiben sollen. Auch der montierte Endlagendämpfer konnte weiterverwendet werden.
Als Gegenplatte für den Magneten wurde eine Teleskopankerplatte eingesetzt, da so eine gewisse Dämpfung beim Aufprall auf den Magneten erreicht wird. Dadurch wird ein Zurückprallen des Tores verhindert.

Handauslösetaster unter Glas sorgen dafür, dass die Feststellanlage nicht ungewollt ausgelöst wird

Als Handauslösetaster wurden Taster unter Glas gewählt. Hier ist ein versehentliches Auslösen ausgeschlossen und die Hemmschwelle für eine mutwillige Betätigung ohne Alarmfall, die ein Schließen der Schiebetore zur Folge hätte, wesentlich höher.

Bei diesen Handauslösetastern von DICTATOR verbirgt sich unter dem Glas aber mehr als nur ein Taster:
je nach Art der Feststellanlage kann man einstellen, ob beim Drücken des Tasters

  • die Feststellanlage dauerhaft bis zum RESET im Alarmzustand bleibt. Diese Einstellung ist erforderlich, wenn eine Feststellvorrichtung im Einsatz ist, die das Tor in jeder Position feststellen kann.
  • der Schließbefehl nur für 3 Sekunden ansteht. Dies ist die korrekte Einstellung für die Tore in der Tiefgarage, da sie ja nur in offener Position durch einen Magneten festgehalten werden. Sobald der Magnet ausgelöst hat, schließt das Tor vorschriftsgemäß komplett.
Feststellanlage mit Handtaster unter Glas

Die Tore werden in der geöffneten Position durch einen Elektrohaftmagneten blockiert. Oben auf dem Tor ist die Wirbelstrombremse zu sehen. An der Säule sind die Handauslösetaster unter Glas montiert, mit denen bei Gefahr das Schließen der Tore ausgelöst werden kann. 

Individuelle Anpassung der Feststellanlage auf die Anforderungen in der Tiefgarage

In diesem Fall wurde der Handauslösetaster unter Glas mit der Energieversorgung RZ-24 mit eingebauter Rücksetzplatine (nach Stromausfall und Brandalarm) kombiniert. Das bedeutet für den Betreiber, dass – sobald kein Alarm mehr ansteht – das Tor einfach von Hand wieder geöffnet und dann in geöffneter Position festgestellt wird.

Wären die Tore mit einer Feststellung in jeder Position ausgerüstet gewesen (mit der ursprünglichen Feststellanlage von Linnig war dies der Fall), müsste man sicherstellen, dass das Tor komplett schließt. Daher hätte man in dem Handauslösetaster unter Glas die Einstellung des dauerhaft anstehenden Schließbefehls gewählt (rastende Funktion). Nach dem Schließen des Tores kann dann im Taster ein RESET des Tasters selbst durchgeführt werden. Und wenn die Zentrale RZ-24 mit einem zusätzlichen Fernbedienungsadapter ausgestattet ist, dann kann auch der RESET der gesamten Feststellanlage direkt am Tor im Hausauslösetaster unter Glas durchgeführt werden. Damit wird die Wieder-Inbetriebnahme der Feststellanlage enorm vereinfacht.

Eckdaten zur Anwendung

  • Anwendung: Brandschutzschiebetore in einer Tiefgarage

  • Anforderungen:
    – Modernisierung gemäß aktueller Vorschriften
    – Weiterverwendung vorhandener Komponenten
    – Einfaches und schnelles Reset der Anlage

  • Eingesetzte Produkte:  DICTATOR Feststellanlage >> Produktdetails
    Zentrale RZ-24 mit Rücksetzplatine
    – DICTATOR Elektrohaftmagnete + Ankerplatten
    Handauslösetaster unter Glas

  • Ergebnis:
    – Vorschriftenkonforme, modernisierte Feststellanlage
    – Reduziertes Risiko von Fehlbedienungen
    – Deutlich vereinfachtes Zurücksetzen

DICTATOR Feststellanlage an Brandschutztor in Tiefgarage

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